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Ohne ihn würde es dieses Projekt nicht geben

Bei einem Projekt wie „495 Marathons in 495 Tagen durch alle 2059 Städte Deutschlands“ fragen viele: Wie geht das überhaupt? Wer hilft dir? Wer hält dich? Und die ehrlichste Antwort ist: Sven.

Sven ist mein Partner – im Leben und auf der Strecke. Er ist der Mensch, der sich nicht in den Vordergrund drängt, aber ohne den im Hintergrund nichts funktionieren würde. Er begleitet mich seit Jahren bei meinen Laufprojekten, fährt das Begleitfahrzeug, steht alle paar Kilometer bereit mit Verpflegung, Motivation oder einfach einem Lächeln (Ok, Motivation und Lächeln auf seine ihm eigne Weise). Er organisiert, plant, besorgt, denkt mit, bleibt ruhig, wenn ich es nicht kann – und ist immer da.

In der Öffentlichkeit kennt man ihn als „Der Praktikant“. Aber für mich ist er viel mehr: mein Fels, mein Freund, mein Zuhause – auch auf den nächsten 21.000 Kilometern.

Wer ist Sven?

Sven und ich sind seit neun Jahren ein Paar. Wir haben uns über Tinder kennengelernt – ich im Krankenhaus, er auf Dienstreise. Klingt wie der Anfang eines mittelmäßigen Netflix-Dramas, wurde aber zum Anfang einer richtig guten Geschichte. Seit 2017 wohnen wir zusammen in Berlin.

Sven kommt aus Unna, einer Stadt bei Dortmund – nahe dem Ruhrgebiet. Seine Herkunft hört man. Manchmal auch sehr deutlich. Gerade morgens, wenn es noch keinen Kaffee gab. Aber unter der rauen Schale steckt ein Mensch, der mehr Rücksicht, Fürsorge und Wärme in sich trägt, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde.

Er ist 43 Jahre alt (Vergisst das aber manchmal und denkt, er ist noch 26 - O-Ton: Ich sehe aus wie 60, benehme mich wie 12 und bin irgendwas dazwischen), Vater eines großartigen Sohnes, Moritz, den ich liebe wie mein eigenes Kind. Mit Moritz bin ich im April 2025 seinen ersten Marathon in Düsseldorf gelaufen – und das war einer dieser Momente, in denen man kurz innehält und weiß, dass alles Sinn ergibt.

Sven ist eher Team Fußball als Team Laufen. Oder besser gesagt: war es mal. Laut eigener Aussage wäre er Nationalspieler geworden – „wenn die Kreisliga nicht so verlockend gewesen wäre“.

Außerdem ist er leidenschaftlicher Fan vom 1. FC Köln – aber nur, wenn sie gewinnen. Wenn nicht, ist er drei Tage lang betrübt, spricht wenig und meidet jede Form von Fußballberichterstattung. Ich sage dann einfach nichts und warte, bis der Himmel über Müngersdorf wieder heller wird.

Warum nennt er sich „Der Praktikant“?

Den Namen hat er sich selbst gegeben – da hatte ich wirklich nichts mit zu tun!

Der Spitzname klingt nach Spaß – und hat genau da seinen Ursprung, aber hören wir das mal von ihm:

„Es war bei der Deutschland-Umrundung 2023, ziemlich am Anfang. Joyce hatte einen richtig beschissenen Tag. Nach einer Fährüberfahrt wartete plötzlich eine junge Frau auf der anderen Seite – sie hatte drei Stunden gewartet! Zu der Zeit hatten wir noch kein Live-Update von der Strecke. Da war mir klar: Das muss sich ändern. Also habe ich Instagram und TikTok aufgemacht – für Live-Infos wann wir wann wo sind. Quasi als Update für die Läufer, die Joyce begleiten wollten.

Nur – wie soll der Account heißen? Und da erinnerte ich mich an den legendären Facebook-Account ‚Die Zeit – Der Praktikant‘. Der kommentierte unter dem offiziellen Account von der "Zeit" alles ironisch, sarkastisch, manchmal grob – einfach genial. Ich dachte mir: Perfekt, das passt, dann kann ich so unter Joyce Account kommentieren. Hab gar nicht groß über das Wort ‚Praktikant‘ und deren Wirkung nachgedacht. Naja, zu spät – das Kind war in den Brunnen gefallen. Und jetzt muss ich mit dem Titel leben. Ich sag mal so: schlechter Jobtitel, aber gute Story.“

Was er für mich bedeutet – und wie er mich unterstützt

Es gibt kaum jemanden, der so zuverlässig, aufmerksam und uneitel ist wie Sven. Während ich laufe, ist er überall: Er richtet Verpflegungspunkte ein, kümmert sich um Routen, plant Übernachtungen, organisiert Technik, hält unsere Webseite am Laufen, kommuniziert mit Presse und Partnern – und denkt dabei an alles, woran ich in dem Moment nicht denken kann.

Er ist mein Ruhepol. Mein Gegengewicht, wenn mir etwas zu viel wird. Mein Rückhalt, wenn es keine Kraft mehr zu geben scheint.

Er braucht keine Bühne. Aber ich möchte ihm eine geben – weil ich weiß, wie viel er trägt.

Wir verbringen unzählige Stunden zusammen auf engstem Raum – auf der Straße, im Hotel, am Straßenrand. Und das über viele Wochen, bald sogar Monate. Dass das funktioniert, liegt an gegenseitigem Respekt, an Vertrauen – und daran, dass wir gelernt haben, auch im Chaos gemeinsam zu atmen.

Läuft Sven eigentlich auch?

Tja… gute Frage. Fragt man ihn selbst, sagt er:

„Ich bin ein rudimentärer-selektiver Läufer! Ich würde ja… aber: Im Winter ist es zu kalt, im Sommer zu warm. Morgens zu früh, abends zu spät. Und mittags ist ja Mittagspause. Außerdem muss ich Joyce supporten – da bleibt einfach keine Zeit fürs Laufen!“

Aber: Ganz so sportverweigernd ist er nicht, wie er tut. Heute läuft er nicht mehr regelmäßig – aber er hat über die Jahre beeindruckend abgeliefert:

  • Berlin-Marathon 2022
  • 8 Halbmarathons (oder auch mehr, wenn man ihn fragt)
  • 100 km Mammutmarsch Berlin
  • 55 km Mammutmarsch Dortmund

Ich weiß, das traut man ihm auf den ersten Blick vielleicht nicht zu – aber: Er ist ein Kämpfer - das haben wir beide gemeinsam! Aufgeben gibt es nicht

Fragen, die ich oft über Sven höre

Warum sieht man ihn so selten in deinen Stories?
Weil er lieber hinter der Kamera steht als davor. Er ist nicht so "Kamera-Geil" wie ich

Wie schafft ihr es, so lange so eng miteinander unterwegs zu sein?
Indem wir einander Raum lassen – und einander zutrauen, auch mal still zu sein.

Was macht er den ganzen Tag, wenn du läufst?
Fast alles: Er plant, fährt, organisiert, besorgt, optimiert – und sorgt dafür, dass ich laufen kann.

Ist er dein Manager?
Ja auch, aber in erster Linie ist er mein Partner. Und das ist mehr, als jeder Jobtitel ausdrücken könnte.

Was ich an Sven bewundere

Ich bewundere seine Geduld – besonders, wenn meine gerade aufgebraucht ist.
Ich bewundere, wie viel er gibt, ohne sich in den Mittelpunkt zu stellen.
Ich bewundere seine Klarheit, seine Ehrlichkeit, seinen Humor.
Ich bewundere, dass er mitdenkt, mitfühlt, mitträgt – ohne große Worte, aber mit großem Herzen.
Ich liebe ihn für all das. Und dafür, dass er mich immer wieder daran erinnert, worauf es wirklich ankommt.

Steckbrief: Sven „Der Praktikant“

  • Name: Sven
  • Alter: 43
  • Wohnort: Berlin (ursprünglich aus Unna)
  • Lieblingsessen: Pasta, Pizza, Fleisch – am liebsten reichlich
  • Lieblingssatz: „Ich hab da mal was vorbereitet“
  • Mag: klare Worte, ehrliche Menschen, Struktur
  • Mag nicht: Kameras, unnötige Dramen, Berliner Stadtverkehr
  • Läuft: wenn’s sein muss – und dann auch weit
  • Rolle im Projekt: Begleitfahrer, Versorger, Organisator, Unterstützer, Partner

Zum Schluss

Dieses Projekt ist riesig. 495 Marathons. 2059 Städte. 21.000 Kilometer. Es fordert alles – körperlich, mental, emotional.

Und ich könnte das nicht schaffen ohne Sven!!!

Manche nennen ihn „den Praktikanten“. Ich nenne ihn: den wichtigsten Menschen an meiner Seite.

Und am Ende das allerwichtigste

Der Praktikant hat jetzt seine eigene Rubrik auf meiner Website bekommen. Ja, richtig gehört. Sie trägt den geistreichen Titel: „Dem Praktikant seine Rubrik“ – grammatikalisch diskutabel, aber charakterlich auf den Punkt. Er nennt es Journalismus mit Haltung! Aha...

Der erste Artikel verspricht schon jetzt nix Gutes (aber genau das macht ihn lesenswert):
Warum Läufer eigentlich nur rennen, um vor ihren Problemen wegzulaufen

Und als wäre das nicht schon mutig genug, wird er ab dem 1.6. wieder live von der Strecke berichten – natürlich auf seine ganz eigene Art.

Also:
Folgt ihm auf Instagram und TikTok, bevor er sich wieder einen neuen Spitznamen ausdenkt.